Liquidität
Wie plant ein Bauunternehmen seine Liquidität?
Was im Bau anders ist, welche Zahlen auf das Blatt gehören und wo ihr Liquidität selbst heben könnt.
Die kurze Antwort
Ein Bauunternehmen plant seine Liquidität am besten rollierend über 13 Wochen, Woche für Woche: Kontostand und freie Linien, offene Posten, noch nicht abgerechnete Leistung, Nachträge und alle festen Zahlungen auf einem Blatt. Im Bau liegt viel Geld zwischen gebauter Leistung und Zahlung, deshalb gehören Aufmaß, Abrechnung und Projektstand mit in die Planung. Wie ihr die Planung Schritt für Schritt aufbaut, zeigt unser Beitrag zur 13-Wochen-Liquiditätsplanung im Bau.
- Rollierend über 13 Wochen
- Projektstand gehört dazu
- Liquidität selbst heben
Typische Ursachen: Wo im Bau Geld gebunden ist
Im Bau finanziert ihr Lohn, Material, Gerät und Nachunternehmer vor. Das Geld dafür kommt erst mit Abschlag und Schlusszahlung. Eine Planung nur aus BWA und Kontostand zeigt diese Zeit nicht.
Gebaut, nicht abgerechnet
- Leistung ohne Aufmaß
- Abschlag noch nicht gestellt
- Nachtrag gebaut, nicht angeboten
Abgerechnet, nicht bezahlt
- Schlussrechnung in der Prüfung
- Abschlag fällig, noch nicht eingegangen
- Strittige Beträge
Zurückgehalten
- Einbehalte bis zur Abnahme oder für die Gewährleistung
- Sicherheiten und Bürgschaften
- Abzüge wegen offener Mängel
Vorfinanziert
- Lohn und Sozialabgaben
- Material und Gerät
- Nachunternehmer
Welche Zahlen auf das Blatt gehören
Die Planung verbindet fünf Zahlen:
- Kontostand und frei verfügbare Kreditlinien zum Stichtag
- Offene Posten bei Kunden und Lieferanten mit realistischer Eingangs- oder Zahlungswoche
- Gebaute, aber noch nicht abgerechnete Leistung je Projekt
- Nachträge mit Stand: angemeldet, beauftragt, strittig
- Feste Zahlungen: Löhne, Abgaben, Steuern, Finanzierung
Für die Eingangswoche zählt nicht das Rechnungsdatum. Beim VOB/B-Vertrag werden Abschläge binnen 21 Tagen nach Zugang der Aufstellung fällig, die Schlusszahlung spätestens 30 Tage nach Zugang der Schlussrechnung (Paragraph 16 VOB/B). Auch beim BGB-Vertrag könnt ihr Abschläge nach dem Wert der erbrachten Leistung verlangen (Paragraph 632a BGB). Fällig heißt aber noch nicht bezahlt: Plant mit der Woche, in der ihr das Geld realistisch erwartet.
Konkrete Schritte für den Einstieg
Stichtag festlegen
Bank, freie Linien, offene Posten und fällige Zahlungen auf einen gemeinsamen Stand bringen.
Projekte anschließen
Für die größten Baustellen Leistungsstand, Rechnung, Nachträge und erwartete Zahlung in eine Zeile bringen.
Basis und Stressfall rechnen
Was passiert, wenn große Eingänge ein bis zwei Wochen später kommen? So seht ihr früh, wann ihr handeln solltet.
Jede Woche fortschreiben
Eine Woche fällt weg, eine kommt dazu. Jede Abweichung bekommt eine Ursache, eine Maßnahme und einen Namen.
Die ausführliche Anleitung mit Ampel, Wochenrunde und einem Plan für den Einstieg steht im Beitrag 13-Wochen-Liquiditätsplanung im Bau: Wann wird aus Leistung Geld?
Wo ihr Liquidität selbst heben könnt
Viel Liquidität steckt im Bau in der eigenen Abrechnung: Leistung, die gebaut, aber noch nicht abgerechnet ist, Abschläge, die fällig sind, Schlussrechnungen in der Prüfung und ausgeführte Nachträge. Dazu kommen Skonto und Zahlungsziele im Einkauf. Das ist Geld, das euch für erbrachte Leistung zusteht.
Erst dein Geld. Dann dein System.
So packen wir mit an
In den ersten 14 Tagen unserer Begleitung geht es vor allem um euer Geld und eure Liquidität. Wir suchen mit euch nicht abgerechnete Leistung, fällige Abschläge, offene Schlussrechnungen und ausgeführte Nachträge. Ihr bekommt eine Liste: Betrag, Stand, nächster Schritt, wer ihn macht. Wir arbeiten per Telefon, per Video und über einen geschützten Datenraum.
Danach machen wir gemeinsam mit euch:
- Die 13-Wochen-Planung mit euren Zahlen aufsetzen und mit euren Projekten verbinden.
- Eine feste Wochenrunde einrichten, in der ihr Abweichungen und Maßnahmen klärt.
- Auf Wunsch beim Bankgespräch dabei sein, per Telefon oder Video.
- Eure Leute so schulen, dass die Planung auch ohne uns weiterläuft.
Kein Inkasso, kein Factoring: Wir holen mit euch das Geld rein, das euch für gebaute Leistung zusteht. Wenn du wissen willst, wo es sich bei euch lohnt anzusetzen: Kostenloses Erstgespräch anfragen oder direkt anrufen unter 0173 2571334.
Checkliste: 13-Wochen-Cockpit
PDF, 2 Seiten, 167 KB, ohne Anmeldung
Häufige Fragen
Über welchen Zeitraum sollte ein Bauunternehmen seine Liquidität planen?
Für die Steuerung eignet sich eine rollierende Planung über 13 Wochen: lang genug, um Löhne, Steuern, Material, Nachunternehmer und erwartete Abschläge zu sehen, und kurz genug, um Woche für Woche belastbar zu planen. Die 13 Wochen sind ein Praxismodell, kein gesetzlich vorgeschriebenes Format. Für Investitionen und Finanzierungsgespräche planst du zusätzlich über zwölf bis 24 Monate.
Warum reicht die BWA für die Liquiditätsplanung im Bau nicht aus?
Die BWA zeigt Erträge und Aufwendungen eines Zeitraums, oft mit Verzug. Sie sagt nicht, wann eine Rechnung bezahlt wird oder welche gebaute Leistung noch nicht abgerechnet ist. Gerade das entscheidet im Bau über die Liquidität.
Welche Zahlen gehören in die Liquiditätsplanung eines Bauunternehmens?
Kontostand und freie Kreditlinien, offene Posten bei Kunden und Lieferanten mit realistischer Zahlungswoche, gebaute, aber nicht abgerechnete Leistung, Nachträge mit Stand, Einbehalte und Sicherheiten sowie alle festen Zahlungen wie Löhne, Abgaben, Steuern und Finanzierung.
Wo steckt im Bau Liquidität, die wir selbst heben können?
In der eigenen Abrechnung: Leistung, die gebaut, aber noch nicht aufgemessen oder abgerechnet ist, fällige Abschläge, Schlussrechnungen in der Prüfung und ausgeführte Nachträge. Dazu kommen Skonto und Zahlungsziele im Einkauf. Das ist Geld, das euch für erbrachte Leistung zusteht, ohne neuen Kredit.
Brauchen wir für die Liquiditätsplanung eine Software?
Für den Einstieg reicht eine Tabelle mit festem Aufbau. Wichtiger sind ein fester Stichtag, klare Verantwortliche und ein fester Termin jede Woche. Automatisieren lohnt sich, sobald der Ablauf steht.
Wer sollte die Liquiditätsplanung im Betrieb verantworten?
Die kaufmännische Leitung pflegt die Planung, Bau- und Projektleitung liefern Leistungsstand, Abrechnung und Nachträge, die Geschäftsführung entscheidet über Prioritäten. Erst mit allen drei Sichten stimmt die Planung.
Quellen
Stand: . Diese Seite ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung.
Lieber gleich darüber sprechen?
In 20 Minuten schauen wir gemeinsam, wo es sich bei euch lohnt anzusetzen. Vorbereiten musst du nichts.